 |
 |
|
|
 |
 |
|
RODENKIRCHENERIN GEWINNT DEN POETRY – SLAM VON LITERAMUS
Horch was kommt von draußen rein - Millionen Mütter? Humorvolles und Nachdenkliches, Witziges und Liebenswertes in Prosa und Lyrik
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
|
 |
|
Von Michaela Baiat
Sie kamen aus Bergisch-Gladbach und Kalk, aus Ossendorf, Klettenberg, Rodenkirchen und Weiß, um ihre selbst geschriebenen Texte im 5-Minuten-Takt zu lesen und sich die Gunst des Publikums zu sichern, das schließlich den beliebtesten Dichter des Abends kürte. Einer der acht ( von 40 !) ausgewählten Teilnehmer des Abends, Janes Komenda, ist erst 11 Jahre alt und ihm gebührt ganz viel Anerkennung für den mutigen Schritt, sich einem großen Publikum zu stellen.
|
|
|
|
 |
|
|
|
|
 |
|
|
|
|
Janes Komenda (11) mit seinem Papa
|
|
|
|
|
|
Mit etwa 120 Menschen, alle bewaffnet mit einer grünen Stimmkarte, war die Stadtteilbibliothek Rodenkirchen am 25.11. aber auch wirklich bis auf den allerletzten Platz besetzt. Die Teilnehmer hatten natürlich viele Fans mitgebracht, denn viele Fans garantieren auch viele Stimmen. Gespannt lauschte man Gerda Laufenberg, der ersten Vorsitzenden von LITERAMUS e.V. (Förderverein der Stadtteilbibliothek), die genau erklärte, was zu tun war - nämlich nach der Lesung von acht Kandidaten durch Hochhalten der Stimmkarte vier auszuwählen und nach deren Lesung zwei und dann schließlich den Sieger. Die Stimmen wurden von vier freundlichen LITERAMUS-Damen gezählt und vorne auf einer Tafel notiert.
|
|
|
|
|
Das Publikum stimmt ab.
|
|
|
|
 |
 |
|
Aufgeregt standen die Kandidaten zusammen und zogen Zettel für die Reihenfolge ihres Auftritts. Und dann kam auch schon Heike Reuter auf die Bühne, die den Beitrag der erkrankten Frau Dr. Glatzer vorlas. Hauptpersonen sind Corinna, Elke und Jenny, drei pfiffige Schneckendamen aus einem Biotop, die zu ihrem Leidwesen ein Zwitterdasein führen müssen und sich unter Sex so gar nichts vorstellen können. Kein Wunder, sie teilen sich ganz einfach zum Zweck der Vermehrung. Dr. Heidrun Edelmann thematisierte das Gerede um eine schöne Frau auf einer mondänen Gartenparty, die selbst gar nicht daran teilnimmt. Ihr folgte Peter Ziegler, der bei den hochnäsigen Kollegen der Arroganz-Versicherung große Mühen hatte, eine Kur zu beantragen und Ute Almoneit, die Siegerin vom Poetry-Slam im letzten Jahr, berichtete von den unterschiedlichen Vorstellungen der Sonntagsgestaltung zwischen ihr und ihrer Mutter. Die Tochter hat alle Mühe, der Mutter eine Tour ins Bergische Land auszureden, um gemütlich auf dem Sofa zu lümmeln. Janes Komenda, der jüngste Teilnehmer, trug ein wunderschönes, naturverbundenes Gedicht über den Frühling vor und Dr. Pilar Baumeister, die schon vor längerer Zeit durch eine Krank-heit ihr Augenlicht verlor, sprach in beeindruckender Weise von den „Lügen der Sprache“. Sie nennt Wörter „schlecht erzogene Kinder“ und fürchtet sich vor den „Gewaltregistern in den Nachrichten.“ Hildegard Großmann sprach in einem Text, in dem alle Wörter mit „A“ beginnen, über die Tücken des Advent und Martina Siems-Dahle fand beim Aufräumen ein altes Kinder- und Volksliederbuch, das sie zu einer Geschichte inspirierte, in der die Sätze mit den Anfangszeilen der Lieder beginnen.
|
|
|
 |
 |
|
 |
|
Schließlich sind es diese beiden Damen, die ins Finale kommen und während Martina fragt „Horch, was kommt von ‚draußen rein?“, grübelt Hildegard darüber, ob „Millionen Mütter Muttertag mögen“.
Publikumsliebling ist schließlich Martina Siems-Dahle aus Rodenkirchen, die als ersten Preis ein auf Leinwand aufgezogenes, wunderschönes Foto der Kranhäuser im Rheinauhafen erhält, das von Karola Waldek gestiftet wurde, der Herausgeberin des „Stadt Magazin köln-süd“. Hildegard Großmann bekommt für den zweiten Platz eine Graphik von Gerda Laufenberg, die überdies für alle Teilnehmer sehr dekorative Teilnahmeurkunden gestaltet hat.
Poetry-Slam Nr. 2 in der Stadtteilbibliothek Rodenkirchen war ein turbulenter Abend, an dem acht sehr interessante dichterische Talente ihre Texte vorgetragen haben, die eigentlich alle einen Preis verdient hätten - aber nun war eben das Publikum die Jury.
|
|
|
 |
|
|
|
 |
|
|
|
|
|
|
|